Substanz Alkohol

Alkohol ist ein Produkt aus vergorenen Früchten (= Wein) bzw. vergorenem Getreide (= Bier). Nach der Vergärung beträgt der Alkoholgehalt höchstens 18 Volumenprozent (Vol. %). Durch Destillation kann der Alkoholgehalt erhöht werden, dann sprechen wir landläufig von „Hochprozentigem“ oder Schnaps (bis zu 80 Vol. %). So entstehen Getränke mit unterschiedlich hohem Alkoholanteil.

Der Alkoholgehalt variiert je nach Art des Getränkes stark. Genaue Angaben zum Alkoholgehalt finden sich auf dem Etikett der Flasche. Hier der Alkoholgehalt von einigen gängigen Getränken:

Bier je nach Sorte zwischen 3,7 und 8,0 Vol. %
Most zwischen 4,0 und 8,0 Vol. %
Weißwein zwischen 10,5 und 11,8 Vol. %
Rotwein zwischen 11,5 und 13,0 Vol. %
Sekt zwischen 10,0 und 12,0 Vol. %
Liköre durchschnittlich etwas mehr als 20,0 Vol. %
Schnäpse durchschnittlich ca. 40,0 Vol. %

Der Wirkstoff ist Ethanol, ein giftiger Kohlenwasserstoff. Dabei handelt es sich um eine farblose, leicht entzündbare, brennend schmeckende Flüssigkeit.

Alkohol wird in Form von Getränken konsumiert und über die Mundschleimhaut, den Magen und – zum überwiegenden Teil – über den Dünndarm aufgenommen. Der Alkohol verteilt sich daraufhin durch das Blut im gesamten Körper und kann somit als Promille im Blut gemessen werden. Weniger als 10 Prozent des Alkohols werden über Urin, Schweiß und Atem ausgeschieden.

Wie viel Alkohol vom Körper aufgenommen wird und wie schnell der Alkohol ins Blut gelangt, hängt von mehreren Faktoren ab: Alkoholmenge, Gewöhnung, Trinkgeschwindigkeit, ob man gerade etwas gegessen hat, Körpergewicht, genetische Faktoren und das Geschlecht spielen eine Rolle.

Alkoholhaltige Produkte können legal erworben werden, sofern das Mindestalter für den Erwerb erfüllt wird. Dieses ist seit 2019 in vereinheitlichten Jugendschutzgesetzen  der Bundesländer (in Bezug auf Alkohol und Tabak) festgelegt. Getränke, die nicht-gebrannten Alkohol enthalten, wie Bier und Wein, dürfen ab 16 Jahren gekauft und getrunken werden. Getränke, die gebrannten Alkohol enthalten – dazu zählen auch Alkopops – erst ab 18 Jahren.

Promille

Mit der Einheit „Promille“ wird die Alkoholkonzentration im Blut bestimmt. Eine Blutalkoholkonzentration (BAK) von 1 Gramm Reinalkohol auf 1 Liter Blut wird als 1 Promille bezeichnet. Der körpereigene Abbau von Alkohol beginnt sofort nach Aufnahme und wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Deshalb variiert der Promillegehalt laufend. Pro Stunde werden etwa 0,15 Promille abgebaut, und zwar durch das Enzym Alkoholdehydrogenase (ADH).

Wieviel Promille haben Sie an einem durchschnittlichen Ausgeh-Abend? Mithilfe von Promille-Rechnern können Sie Ihre persönliche Blutalkoholkonzentration ausrechnen!

Unmittelbare Wirkung von Alkohol

Alkohol hat – in der gleichen Menge getrunken – unterschiedliche Auswirkungen auf Menschen. Jugendliche oder Personen, die selten oder wenig Alkohol trinken, können schon bei 0,5 Promille stark beeinträchtig sein. Die folgenden Angaben zu Alkoholwirkungen und Promillewerten für Erwachsene sind lediglich als Anhaltspunkte zu betrachten.

Faktoren, die beeinflussen

Körperfett und Körperwasser

Nicht das Körperfett spielt im Zusammenhang mit Alkohol eine Rolle, sondern das Körperwasser. Der Alkohol in jedem Viertel Wein, das wir trinken, verteilt sich relativ rasch gleichmäßig in der Körperflüssigkeit. Je größer die Menge an Wasser in einem Organismus ist, umso mehr wird der Alkohol darin „verdünnt“ und umso geringer sind der Promillewert und damit die negativen Auswirkungen des Alkohols. Menschen mit mehr Körperwasser vertragen daher bei gleichem Körpergewicht mehr Alkohol als Menschen mit einem hohen Fettanteil. Das Gewicht gibt somit nur bedingt Aufschluss darüber, ob man Alkohol besser oder schlechter verträgt.

Frau und Mann

Ein Beispiel: Eine Frau und ein Mann trinken an einem Abend gleich viele Gläser Wein. Bei einer anschließenden Kontrolle des Blutalkoholspiegels wird sich zeigen, dass die Frau einen um 50 % höheren Alkoholspiegel aufweist als der Mann. Warum?

Eine Frau hat im Durchschnitt bei gleichem Körpergewicht wie ein Mann einen geringeren Muskelanteil sowie einen höheren Fettanteil und in der Folge um ein Drittel weniger Körperwasservolumen. Haben z.B. eine Frau und ein Mann die gleiche Blutalkoholkonzentration, hat sie dennoch um rund zwei Drittel weniger Alkohol getrunken als er. Daher existieren unterschiedliche Richtwerte für Männer und Frauen.

Essen oder nüchtern

Tatsächlich erfolgt die Aufnahme von Alkohol auf nüchternen Magen schneller. Essen verlangsamt aber lediglich den Anstieg des Alkoholspiegels im Blut und wirkt sich auf die damit verbundenen möglichen unangenehmen Effekte aus. Bitte bedenken Sie: Egal ob Sie gegessen haben oder nicht - Ihr Körper muss die gleiche Menge an Alkohol verstoffwechseln.

Medikamente

Alkohol kann die gewünschte Wirkung eines Medikaments beeinträchtigen, genauso wie Medikamente die Wirkung von Alkohol beeinflussen, verstärken oder überdecken können. Klären Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin unbedingt ab, ob Sie bei der Einnahme eines bestimmten Medikaments Alkohol trinken dürfen.

Alkoholabhängigkeit

Zu viel Alkohol kann abhängig machen. Eine Alkoholabhängigkeit ist aber nicht alleine eine Frage der konsumierten Menge. Sie entwickelt sich langsam und für viele oft unbemerkt.

Sie trinken Alkohol als Mittel gegen Stress, Sorgen oder Langeweile. Ihre Gedanken kreisen ständig um das nächste Glas. Sie trinken immer mehr, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Sie haben Schwierigkeiten, zwei Tage in der Woche auf Alkohol zu verzichten.

Das könnten bereits erste Hinweise für die Entwicklung einer Abhängigkeit sein. Alkoholismus ist eine diagnostizierbare Erkrankung. Man spricht von einer Alkoholabhängigkeit, wenn mindestens drei dieser Punkte während des letzten Jahres auftreten:

  • ein starker Wunsch, Alkohol zu konsumieren
  • Schwierigkeiten, den Konsum zu kontrollieren
  • anhaltender Gebrauch trotz schädlicher Folgen
  • dem Alkoholkonsum wird Vorrang vor anderen Aktivitäten und Verpflichtungen gegeben
  • Entwicklung einer Toleranzerhöhung, d. h. es muss immer mehr getrunken werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen
  • körperliche Entzugserscheinungen

Eine Diagnose der Erkrankung Alkoholabhängigkeit muss durch einen Arzt/eine Ärztin erfolgen.

Dass eine Alkoholabhängigkeit entstehen kann, liegt an der Wirkung des Alkohols auf die Botenstoff- und Belohnungssysteme im Gehirn.  Alkohol erhöht auch die Ausschüttung der Botenstoffe Endorphin und Dopamin. Bei längerfristigem hohem Alkoholkonsum verändert sich das Belohnungssystem und die Ausschüttung von Endorphinen und Dopaminen nach dem Alkoholkonsum wird gesteigert, während andere Reize zu einer geringeren Aktivierung führen

Zu den Risikofaktoren für die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit zählen ein schwieriges soziales Umfeld, Alkoholprobleme in der Familie, psychische Erkrankungen, wie z.B. Depressionen und Angststörungen, aber auch bestimmte genetische Faktoren.

In Österreich werden 5 % der erwachsenen Bevölkerung ab 15 Jahren als alkoholabhängig eingestuft (2,5 % der Frauen und 7,5 % der Männer). Das sind ungefähr 370.000 Menschen.

Für Menschen, die bereits ein Problem mit Alkohol haben, sowie deren Angehörige stehen Beratungsstellen zur Verfügung. Die Fachleute unterliegen einer Schweigepflicht.