Risikoarmer Konsum

Als „gering“  bzw. „risikoarm“ gilt ein durchschnittlicher, täglicher Konsum von maximal 24 Gramm Alkohol für Männer bzw. 16 Gramm Alkohol für Frauen, also höchstens 0,6 Liter bzw. 0,4 Liter Bier pro Tag.

Abgesehen von der Menge gilt Alkoholtrinken dann als risikoarm, wenn an die jeweilige Situation angepasst getrunken wird. Dazu gehört auch in bestimmten Situationen und Lebenslagen wie im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz oder in der Schwangerschaft auf Alkoholkonsum vollständig zu verzichten (Punktnüchternheit).

An mindestens zwei Tagen pro Woche sollte man keinen Alkohol trinken.

Problematischer Konsum


Als Grenze für problematischen Konsum, ab der ein deutlich erhöhtes Gesundheitsrisiko vorliegt, wird für Männer üblicherweise ein Wert von 60 Gramm Alkohol pro Tag angegeben, für Frauen 40 Gramm. Das entspricht 1,5 bzw. 1 Liter Bier täglich. Die Mengen für den „problematischen Konsum“ dürfen aber nicht mit einer Abhängigkeitserkrankung gleichgesetzt werden.

Alkoholgebrauch in unangebrachten Situationen wird neben episodischem Rauschtrinken zu den problematischen Konsummustern gezählt. Durch die unmittelbare Wirkung des Alkohols entstehen Risiken etwa am Arbeitsplatz, im Straßenverkehr, während der Schwangerschaft oder bei der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten. Hier stehen neben den Gefahren für die Person selbst vor allem die Risiken für Dritte im Fokus, wie sie durch ein erhöhtes Unfallrisiko oder die Verwicklung in Gewaltsituationen bestehen.

Abhängiger Konsum

Der Übergang von einem problematischen zu einem abhängigen Konsum ist fließend, jedoch nicht zwingend.
Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit. Für die Entwicklung einer Alkoholsucht  zählt nicht allein die Menge, sondern weitere von der WHO festgelegte Diagnosekriterien. Von einer Alkoholabhängigkeit ist auszugehen, wenn mindestens drei dieser Kriterien während des letzten Jahres zutrafen:

  • Sie haben den starken Wunsch, Alkohol zu trinken
  • Sie haben Schwierigkeiten, Ihren Alkoholkonsum zu kontrollieren
  • Sie trinken weiter, obwohl Sie bereits schädliche Folgen spüren
  • Sie vernachlässigen andere Aktivitäten und Verpflichtungen, um zu trinken
  • Sie entwickeln eine Toleranz, d. h. Sie müssen mehr trinken, um denselben Effekt zu haben
  • Sie haben körperliche Entzugssymptome, wenn Sie nicht trinken

Sie sind sich nicht sicher, wie es um Ihren Alkoholkonsum steht? Machen Sie den Test! Sie würden gerne Ihren Alkoholkonsum einschränken, wissen aber nicht wie? Holen Sie sich Rat im Menü Handeln oder finden Sie eine Ansprechperson in den Beratungsstellen in ganz Österreich!

Quellen

Bachmayer S. & Strizek, J. & Uhl, A. 2018. Handbuch Alkohol – Österreich: Band 1 – Statistiken und Berechnungsgrundlagen 2018. Gesundheit Österreich GmbH, Wien. Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter: https://www.sozialministerium.at/cms/site/attachments/6/4/1/CH4004/CMS1305198709856/handbuch_alkohol_-_oesterreich_band_1.pdf

bmi. Verkehrsangelegenheiten. Zugriff am 05. Februar 2019 unter: https://www.bmi.gv.at/202/Verkehrsangelegenheiten/verkehrsueberwachungsbilanz_vorjahr.aspx

bmi. Verkehrsstatistik 2018. Zugriff am 05. Februar 2019 unter: https://www.bmi.gv.at/202/Verkehrsangelegenheiten/unfallstatistik_vorjahr.aspx

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). 14.06.2013.Aktuelle Statistik der Polizei: jede dritte Gewalttat unter Alkoholeinfluss. Zugriff am 05. Februar 2019 unter: https://www.kenn-dein-limit.info/news/artikel/aktuelle-statistik-der-polizei-jede-dritte-gewalttat-unter-alkoholeinfluss.html

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). 2014. Alkohol am Arbeitsplatz. Die Auswirkungen von Alkoholkonsum. Fact Sheet. Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter: https://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Factsheets/2014_Alkohol-am-Arbeitsplatz.pdf

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). 2015. Kein Alkohol unter 18 Jahren. Positionspapier. Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter: https://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/dhs_stellungnahmen/2018-06_KeinAlkoholUnter18_deutsch.pdf

European School Survey Project on Alcohol and Other Drugs (ESPAD). Alcohol use. Zugriff am 05. Februar 2019 unter: http://www.espad.org/report/situation/alcohol-use.

Fachstelle für Suchtprävention NÖ. 2016. Basiswissen Sucht und Suchtprävention. Zahlen, Daten & Fakten. Abhängigkeitserkrankungen und ausgewählte Störungen. Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter: http://fachstelle.transform.at/wp-content/uploads/woocommerce_uploads/2017/03/BW_SuchtInZahlen.pdf

Felder-Puig, R. & Teutsch, F. & Hofmann, F. 2014. HBSC Factsheet Nr. 12/2014. Die österreichischen HBSC-Ergebnisse im internationalen Vergleich. Bundesministerium für Gesundheit & Ludwig Boltzmann Institute Health Promotion Research, Wien.

Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter: https://broschuerenservice.sozialministerium.at/Home/Download?publicationId=648

Institut für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien gemeinnützige GmbH. 2016. Alkohol und andere Suchtmittel am Arbeitsplatz. Ein Leitfaden für Führungskräfte. Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter: https://sdw.wien/wp-content/uploads/Alkohol-und-andere-Suchtmittel-am-Arbeitsplatz-2.-Auflage-low_res_fin.pdf

Institut für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien gemeinnützige GmbH. 2018. Wie schütze ich mein Kind vor Sucht? Informationen für Eltern. Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter: https://sdw.wien/wp-content/uploads/Alkohol-und-andere-Suchtmittel-am-Arbeitsplatz-2.-Auflage-low_res_fin.pdf

Klein, M. 2001. Kinder aus alkoholbelasteten Familien – Ein Überblick zu Forschungsergebnissen und Handlungsperspektiven. In: Suchttherapie 2. S. 118-124.

Mechtcheriakov, S. & Brunner, L. & Uhl, A. 2017. Alkohol - zwischen Genuss und Gefahr. Gesund werden. Gesund bleiben, Band 8. Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Wien. Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter: http://www.hauptverband.at/cdscontent/load?contentid=10008.654731&version=1525357342

Österreichische ARGE Suchtvorbeugung. 2012. Broschüre „Alkohol und Schwangerschaft“. Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter: http://www.kontaktco.at/shop/pdf/101-10.pdf

Österreichische ARGE Suchtvorbeugung. 2013. Broschüre „Alkohol“. Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter: http://www.kontaktco.at/shop/pdf/101-09.pdf

Österreichische ARGE Suchtvorbeugung. 2016. 20 Handlungsempfehlungen zur Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Alkohol in Österreich. Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter: https://www.suchtvorbeugung.net/downloads/ARGE_Positionspapier_Alkohol.pdf

Puhm, A. & Gruber, C. & Uhl, A. & Grimm, G. & Springer, N. & Springer, A. 2008. Auszug aus der Studie "Kinder aus suchtbelasteten Familien – Theorie und Praxis der Prävention", Datenbank Einrichtungen. Ludwig-Boltzmann Institut für Suchtforschung & Alkoholkoordinations- und Informationsstelle des Anton Proksch Instituts, Wien.

Ramelow, D. & Teutsch, F. &, Hofmann, F. & Felder-Puig, R. 2015. Gesundheit und Gesundheitsverhalten von österreichischen Schülern und Schülerinnen. Ergebnisse des WHO-HBSC-Survey 2014. Bundesministerium für Gesundheit, Wien. Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter https://www.sozialministerium.at/cms/site/attachments/9/7/0/CH4154/CMS1427118828092/gesundheit_
und_gesundheitsverhalten_oester_schuelerinnen_who-hbsc-survey_2014.pdf

Strizek, J. & Anzenberger, J. & Kadlik, A. & Schmutterer, I. & Uhl, A. .2016. ESPAD Österreich.

European School Survey Project on Alcohol and other Drugs. Band

1: Forschungsbericht. Gesundheit Österreich GmbH, Wien. Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter: https://www.sozialministerium.at/cms/site/attachments/6/0/5/CH4002/CMS1468500771753/espad_2015_band_1_forschungsbericht.pdf.

Strizek, J. & Uhl, A. 2016. Bevölkerungserhebung zu Substanzgebrauch 2015. Band 1: Forschungsbericht. Gesundheit Österreich GmbH, Wien. Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter:

http://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/5/8/9/CH1038/CMS1468503131574/gps_2015_band_1_forschungsbericht2.pdf

Styria vitalis. Wirkung von Alkohol. Zugriff am 05. Februar 2019 unter: https://www.feel-ok.at/de_AT/jugendliche/themen/alkohol/wir_empfehlen/wissenswertes/themen/wirkung.cfm

Sucht Schweiz. 2011. Alkohol im Körper – Wirkung und Abbau. Jugendliche und Alkohol, Heft 2. Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter: https://www.suchtschweiz.ch/fileadmin/user_upload/DocUpload/alkohol_koerper.pdf.

Uhl, A. & Bachmayer, S. & Kobrna, U. &, Puhm, A. & Springer, A. & Knopf, N. & Beiglböck, W. & Eisenbach-Stangl, I. & Preinsberger, W. & Musalek, M. 2009. Handbuch Alkohol – Österreich. Zahlen. Daten. Fakten. Trends. Bundesministeriums für Gesundheit, Wien. Heruntergeladen am 05. Februar 2019 unter:

http://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/6/4/1/CH1039/CMS1305198709856/handbuch_alkohol_-
_oesterreich_2009__zahlen,_daten_fakten_trends.pdf

World Health Organization (WHO). Alcohol. Data by country. Zugriff am 05. Februar 2019 unter: http://apps.who.int/gho/data/view.main.1800