Machen Sie als Privatperson Alkoholkonsum zum Thema!

Auch im täglichen Leben können Sie dazu beitragen, dass Alkohol nicht zum Problem wird.

  • Sprechen Sie mit Menschen in Ihrem Umfeld über ihren Alkoholkonsum.
  • Vermeiden Sie Vollräusche.
  • Seien Sie jungen Menschen ein Vorbild im Umgang mit Alkohol.
  • Achten Sie auf den Jugendschutz! Kein Alkohol für Kinder und Jugendliche unter 16.
  • Üben Sie keinen Druck auf andere aus, Alkohol zu trinken.

Erzählen Sie uns Ihre Geschichte zum Thema „Wie viel ist zu viel?“

Helfen Sie mit, dass in Österreich offen und tabulos über Alkohol gesprochen wird.
Gab es Probleme in Zusammenhang mit Alkohol – für Sie selbst oder in Ihrem Umfeld? Was sind Ihre eigenen Regeln beim Trinken? Wie legen Sie für sich fest, wann es genug ist? Und was ist zu viel?

Angelika, Wien
22.05.2017

Ich finde es toll, dass diese Dialogwoche stattfindet!

Ich betreibe ein mexikanisches Lokal im 6. Wiener Gemeindebezirk: viele Leute sind ganz ungläubig, dass ich keinen Alkohol ausschenke. Einige verlangen gar, dass das angeschrieben werden müsse! Ich habe zu viele Leute am Alkohol zu Grunde gehen sehen - direkt und indirekt. Ich hoffe, dass ich etwas beitragen kann zur Aufklärung, wenn wieder einmal ein Paar hereinkommt und einer der Partner regelrecht aggressiv reagiert wenn er erfährt, dass es keinen Alkohol gibt: was oft zu überraschen Reaktionen beim anderen Partner führt. Oder bei einem Tisch von Jugendlichen an dem ein Mädel es offenbar für ganz normal hielt, dass sie wenn sie den ganzen Tag keinen Alkohol getrunken hatte unbedingt noch etwas trinken musste zu Hause - in diesem Fall wurde jedenfalls in der Freundengruppe darüber geredet, dass das keinesfalls normal ist.

Auch wenn es finanziell nicht leicht ist und immer wieder Tische gehen deshalb: ich stehe zu meiner Entscheidung. Alkohol ist ein Genussmittel - wenn man ohne nicht kann, dann ist schon das erste Glas zu viel! Danke für eure Aktionen!

Ella, Wien
18.05.2017

Aufgrund meines Berufs in Kultur und Gastroszene habe ich sehr leichten Zugang zu Alkohol und erlebe maßloses Trinken sehr häufig. Ich persönlich trinke seit langer Zeit nurmehr 1-2 Gläser, nehme mir 2 "freie Tage" in der Woche und lebe in der Fastenzeit abstinent. Ich gebe zu, es fällt nicht immer leicht. Der Druck in der Gesellschaft ist hoch. Aber ich habe gelernt auf meinen Körper zu hören und dieser dankt es mir.

 

Anonym

Folgende Geschichte, die mir eine Mutter erzählte: Alle Freunde und Freundinnen der Tochter feiern jetzt in diesem Jahr den 16. Geburtstag (16 nicht 18). Da werden viele gemeinsame Geburtstagsfeiern vereinbart und die Eltern aller (ALLER) Freunde und Freundinnen haben dafür eingekauft: Bacardi, Vodka, Gin,…  Alkopops sowieso. Auch harte Getränke sind dabei, weil die Burschen trinken schon mal ein bisschen was und es ist ja schließlich Geburtstag. Bis dato waren das 12 Geburtstagsfeiern, einige folgen noch bis Schulschluss. Die Mutter will nicht jedes Mal verbieten, dass ihre Tochter dabei ist, sie hat jeden Elternteil darauf angesprochen, dass dieser Alkohol erst ab 18 erlaubt ist. Alle fanden es normal. Sie hofft, dass ihre Tochter nicht zu viel davon erwischt…

Wie viel ist zu viel? Eltern sein ist echt nicht leicht! Manche machen es sich sehr leicht.

Anonym

Ich bin 57 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Erwachsene Kinder, und seit über 4 Jahren "trockene Alkoholkranke". Ich habe mindestens über 10 Jahre heimlich getrunken. Wenn es nicht Allen aufgefallen ist, aber meiner Familie blieb es nicht verborgen. Mein Mann litt am meisten darunter! Ich wusste, dass es so nicht weiter gehen kann, und dass ich ohne Hilfe dieses Problem nicht schaffe. Mit viel Glück fand ich in Lienz eine Selbsthilfegruppe, die mich aus der "Hölle Alkohol" rettete. Seither besuche ich fast jedes Meeting, und ich habe die "bessere Seite des Lebens" kennengelernt!

Gerhard, Oberösterreich

Meine geschichte mit Alkohol. Geboren und aufgewachsen bin ich im Mühlviertel. Meinen ersten Rausch hatte ich mit zwölf Jahren. Das Verlangen nach Alkohol war damals schon sehr groß. In meiner Lehrzeit hatte ich wenig Gelegenheit zu trinken, da mein Chef sehr streng war.
Nach der Lehre darf man offiziell trinken, das nutzte ich oft und reichlich. Wechselte oft die arbeit,war auch LKW-Fahrer und trank auch zu dieser Zeit viel. Die Folge war, dass mir viermal der Führerschein entzogen wurde. Wieder ein Arbeitsplatzwechsel,damals glaubte ich den Alkohol im Griff zu haben,trank oft einige Wochen wenig oder nichts.

Durch Überlastung und Schlafprobleme begann ich wieder große Mengen zu trinken... Nach zehn Jahren in dieser Firma kündigte ich und war ab dieser Zeit täglich stark betrunken und fix und fertig. Nach einem halben Jahr wurde dieser Zustand durch einen Krankenhausaufenthalt (unfreiwillig) beendet,ein Arzt überzeugte mich eine Entwöhnung zu versuchen,welche ich sehr ungern begann und auch für aussichtslos hielt.

Ich war über fünfundzwanzig jahre dem Alkohol verfallen – heute bin ich 64 Jahre alt und seit 21 Jahren trocken!

 

Sie wollen über die Aktionen der Dialogwoche Alkohol informiert werden? Wir halten Sie am Laufenden.